Eine Bushaltestelle im Krankenhaus?

– Serie “Im Gespräch”- Detlef Rüsing und Vanessa Berndt: Scheinelemente in der gerontopsychiatrischen Versorgung

Bushaltestellen im Garten des Altenheims oder im Wartebereich eines Krankenhauses? Ein (Schein-)Zugabteil im Wohnbereich eines Altenheimes? Verspiegelte Türen oder mit Tapeten verkleidete Ausgänge? Detlef Rüsing spricht mit seiner Kollegin Vanessa Berndt über das Vorkommen, das Wie, das Für-und Wider und vor allem über Forschungserkenntnisse zum Gebrauch und Nutzen von “Scheinelementen” in der Versorgung von Menschen mit Demenz.

Detlef Rüsing und Vanessa Berndt fragen sich, ob der Gebrauch von “Scheinelementen” dem, dem personzentrierten Ansatz nach Kitwood (Kitwood 2000)zugrunde liegenden, Rogerianischen Grundsatz (Rogers 1983) von “Kongruenz (Echtheit)” widerspricht. Kann man “personzentriert” pflegen und der Person mit Demenz gleichzeitig eine falsche Wirklichkeit “vorspielen”? Was sagt die Forschung dazu? Haben derartige Elemente einen positiven Einfluss … – und wenn ja, auf was eigentlich?

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Detlef Rüsing im Gespräch mit Vanessa Berndt

Quellen:

1. Video
2. Literatur
  • Dickinson, J. I. / McLain-Kark, J. / Marshall-Baker, A. (1995): The Effects of Visual Barri-ers on Exiting Behavior In a Dementia Care Unit. In: The Gerontologist (1995) 1. S. 127-130. Oxford: Oxford University Press. Verfügbar unter: https://academic.oup.com/gerontologist/article/35/1/127/572057 [Zugriff am 17.03.2021, 15:56]
  • Graf-Wäspe, J. (2016): The Real Truman Show? Über die Legitimität von Schein-Elementen in der Betreuung von Menschen mit Demenz. In: Ethik in der Medizin (2016) 28. S. 5-19. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag. Verfügbar unter: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s00481-015-0377-1.pdf [Zugriff am 17.03.2021, 16:08]
  • Guy, W. (2007): Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Altenpflege – rechtliche Grundlagen und Alternativen der Pflege. In: Ethik in der Medizin (2007) 19. S. 289-300. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag. Verfügbar unter: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s00481-007-0535-1.pdf [Zugriff am 17.03.2021, 16:02]
  • Kincaid, C / Peacock, J. R. (2003): The Effect of a Wall Muaral on Decreasing. Four Types of Door-Testing Behaviors. In: The Journal of Applied Gerontology (2003) 22. S. 76-88. Thousand Oaks, Kalifornien: SAGE Publishing. Verfügbar unter: https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0733464802250046 [Zugriff am 17.03.2021, 15:42]
  • Kitwood, T. (2000). Demenz. Der personenzentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen. Bern: Verlag Hans Huber.
  • MacAndrew, M. / Brooks, D. / Beattie, E. (2017): NonPharmacological interventions for managing wandering in the community: A narrative review oft the evidence base. In: Health & Social Care in the Community. Hoboken, New Jersey: John Wiley & Sons. Verfügbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/hsc.12590 [Zugriff am 17.03.2021, 15:16]
  • Mayer, R. / Darby, S. J. (1991): Does a mirror deter wandering in demented older people? In: The Gerontologist (1991) 6. S. 607-609. Oxford: Oxford University Press. Verfügbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/gps.930060810 [Zugriff am 17.03.2021, 15:49]
  • Namazi, K. H. / Rosner, T. T. / Calkins, M. P. (1989): Visual Barriers to Prevent Ambulatory Alzheimer´s Patients from Exiting Through an Emergency Door. The Gerontologist (1989) 29. S. 699-702. Oxford: Oxford University Press. Verfügbar unter: https://academic.oup.com/gerontologist/article/29/5/699/660398 [Zugriff am 17.03.2021, 16:00]
  • Rogers Carl (1983). Entwicklung der Persönlichkeit. Psychotherapie aus der Sicht eines Therapeu- ten. Stuttgart, Klett- Cotta

Eine Antwort

  1. Besten Dank für das Gespräch und die Beleuchtung der verschiedenen Aspekte. Kurz mein Kommentar: Seit fast 20 Jahren gestalte ich Gärten in Altenpflegeeinrichtungen und für Menschen mit Demenz. Für mich ist es IMMER ein Frage der Haltung und Wertschätzung, den Menschen gegenüber, für die ich die Gärten gestalte. Gerade im Garten und in der Natur, können wir aus einer unermesslichen Fülle schöpfen, um die Lebenswelt von Menschen mit Demenz, authentisch und wahrhaftig zu gestalten. Wer im Garten auf Bushaltestellen setzt, hat meiner Meinung nach weder den Menschen noch die Natur im Blick. Viele Grüße nach Osnabrück

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