Gegen eine „Diktatur der Kürze“

Gegen eine „Diktatur der Kürze“

Episode 001

Gegen eine Diktatur der Kürze

Sie sind im Bereich des Wissenstransfers, der Wissenszirkulation im Bereich der Pflege tätig? Dann sind Sie hier genau richtig. 
In der ersten Episode berichtet Detlef Rüsing – Altenpfleger, Pflegewissenschaftler, Publizist und Mitbegründer des Dialogzentrum Leben im Alter (DZLA) von seinem ständigen Kampf mit dem vermeintlich notwendigen „Kürzungswahn“ Verantwortlicher im Bereich analoger und digitaler Medien.
Darf man nur noch in kleinen Häppchen Inhalte analog und digital verbreiten?
Sind die Leser, Hörer und Seher von Wissenstransferformaten wirklich nicht in der Lage, längere und tiefergehende Inhalte zu erfassen?
Rüsing meint, dass wir den Klienten des Wissenstransfers schlicht zu wenig zutrauen. Seiner Meinung nach muss der Inhalt Art und Umfang des Formats bestimmen und nicht umgekehrt! Menschen zu wenig zuzutrauen ist „hochnäsig“ und nicht fair!
Diskutieren Sie mit auf unseren Dialogkanälen. Für einen echten „WissenstransFair“!!
 

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„WissenstransFair – Der Podcast des Dialogzentrum Leben im Alter (DZLA) an der HochschuleOsnabrück nutzt neben analogen Formaten wie Vorträgen, Workshops, Tagungen, und Printmedien auf seinem Blog und den übrigen social-media-Kanälen viele digitale Formate des Wissenstransfers. Ziel dieser Form der Beförderung der Wissenszirkulation zwischen Forschung und Praxis im Bereich der gerontopsychiatrischen Pflege ist ein Austausch zwischen Forschung und Praxis auf Augenhöhe. 
 
In Kürze werden wir eine Extra-Seite auf unserem Blog zum podcast einrichten, auf der Sie den podcast abonnieren können. 
Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung …

Eine Antwort

  1. Detlef Rüsing sagt:

    demenzpflege-dozent-muenchen.de : Tobias Münzendorfer über Facebook am 01. November 2019

    Viel zu oft höre ich auch, dass Pflegekräften nichts zugetraut wird.
    Pflegekräfte möchten nicht nur eine Stellenbeschreibung erfüllen müssen!
    Pflegekräfte können vor allem dann ihre Leistung/Kompetenz abrufen wenn diese eine fachliche Unterstützung, Beratung und Begleitung auf Augenhöhe erfahren!
    Sodass, sich Pflegekräfte Ihre Arbeit wieder als sinnvoll spüren, sich „Selbstwirksam“ fühlen können!
    Arbeiten an Praxisfällen. Pflegekräfte genau dort Unterstützung anbieten wo diese notwendig ist.
    Dazu braucht es eine strategische Ausrichtung. Ziele der Personalentwicklung sind mit Ziele der Organisationsentwicklung abgestimmt.
    Tatsächlich wird den Pflegekräften nichts zugetraut was seitens des Managements zu einer operativen Ausrichtung der Ziele führt. -Abarbeiten von Listen ohne Berücksichtigung des „Ganzen“ und deren Komplexität wird immer häufiger erlebt.
    Dieses zumeist künstlich herabgesetzte Pflegeniveau fällt immer dann auf die Füsse wenn die nächste Qualitätsprüfung im Haus steht. Spätestens dann gibt es wieder neue Listen die unter hohen Druck und ohne Sinnhaftigkeit abgearbeitet werden müssen. Eine solche unter dem Pflegeniveau ausgerichtete Unternehmensentwicklung (falls dies eine ist) sorgt für ständige Unruhe, Frustration und verhindert die Personalentwicklung.
    Meine persönliche Erfahrung ist die, dass wenn einmal mehr Zeit sinnvoll für eine individuelle Personalentwicklung aufgebracht wird, Pflegekräfte eben nicht überfordert sind, sich bestärkt fühlen und dieses „verstandene Wissen“ letztlich auch langfristig in verschiedenen Situationen eigenverantwortlich einsetzten können.
    Eine Pflegekraft leistet immer das was man ihr zutraut. Eine Pflegekraft leistet das was man ihr vorlebt.
    Pflegekräfte möchten Sinn in Ihrer Arbeit und Tun finden.
    Generell gehe ich davon aus, dass alle Schulungen immer auch eine Art „Coaching“ beinhalten sollten. Es geht der Pflege auch nicht nur um „reine“ Pflegefachlichkeit. Pflege ist mehr und beihaltet eine gemeinsame Sorgehaltung, Werteorientierung, Haltung, Emapthie & Moralverständnis. Allein das Einfühlungsvermögen ist m. E. keine hinreichende Bedingung, um der Eskalation von Konflikten am Arbeitsplatz entgegenzuwirken. Neben der Fähigkeit zur Empathie muss auch ein moralisches Bewusstsein entwickelt oder zumindest eine entsprechende Werteorientierung gegeben sein, damit ihre Wirkung in die gewünschte Richtung geht. Grundsätzlich sind Mitarbeiter fast immer leistungsbereit. Sie wollen ihre Aufgaben gut erledigen, um sich selbst individuell emotional zu belohnen. Emotionale Belohnung? Genau! Wenn Menschen tun können, was für sie richtig und wichtig ist – Befriedigung ihrer Motivation – erleben sie über die Ausschüttung körpereigener Drogen Momente des Glücks, der Euphorie, der tiefen Zufriedenheit. Was jeden Einzelnen zu diesem „Glück“ führt, kann dabei sehr unterschiedlich sein. Sind Mitarbeiter nicht mehr engagiert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie über längere Zeit mit ihrem Handeln keine emotionale Belohnung mehr erzielen konnten. Warum sollte ich mich auch anstrengen, wenn ich doch nicht bekomme, was mir wichtig ist? „Dafür gibt es ja die Gehälter“, sagen Arbeitgeber. Stimmt, aber Geld ist nur der notwendige Hygienefaktor. Wer Motivation richtig verstehen will, muss zwischen monetärem und emotionalem Lohn unterscheiden. Der erste sichert Grundbedürfnisse wie Essen und ein Dach über dem Kopf, deshalb bleiben Menschen im Job. Der zweite hingegen macht glücklich und triggert die Leistungsbereitschaft. Für nachhaltige Motivation sollten Einrichtungen daher nicht nur in Euros rechnen, sondern auch die emotionalen Währungen kennen.
    Das Führungsdenken, dass Pflegekräfte einfach nur funktionieren müssen und Ihre Stellenbeschreibung erfüllen sollten, ist zu kurz gedacht und hat in all meinen Erfahrungen keinen Erfolg gebracht.
    Nur wer person-zentriert behandelt wird, kann auch person-zentriert pflegen. Es bleibt bei der Führungsverantwortung!
    Vielen Dank, Herr Rüsing! Das letzte YouTube Video und auch dieser Podcast unterstützen mich sehr ebenfalls daran festzuhalten. Auch wenn ich wieder mal die Erfahrung machen muss, dass ich mit dieser „Haltung“ nicht immer gut ankomme. -Muss ich auch nicht 🙂

    Tobias Münzendorfer über Facebook am 1. November 2019

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