Haustheater (2/2019)

DZLA Haustheater Dialogzentrum

Wie eigenständig ist Pflege?

In dieser zweiten Ausgabe unseres Formates „Haustheater“ diskutieren wir eine in unseren Augen wichtige Zukunftsfrage der gerontopsychiatrischen Versorgung: Welche Rolle nimmt die Pflege in der Versorgung der Menschen ein. Wo beginnt die Selbstbestimmtheit der Pflege und an welcher Stelle müsste sie eventuell erweitert oder gar beschnitten werden?

Wenn wir uns aber anschauen, welche Disziplin die meiste Zeit mit Patienten/Klienten verbringt: Müsste dann nicht grundsätzlich die Rolle der Pflege überdacht werden? Dann geht es nicht mehr um den pflegerisch selbstbestimmten Aktionsradius dieser Fachdisziplin! Dann wäre Pflege gemeinsam mit dem Klienten und den Angehörigen behandlungsentscheidende Instanz und Prozessmoderatorin, welche die Protagonisten anderer Fachdisziplinen hinzuzieht. Oder überschätzt man mit dieser Idee die Fähigkeit(en) Pflegender?

Vielleicht geht es nicht darum, dass Pflege gemeinsam mit Klienten und Angehörigen die Hoheit über den Versorgungsprozess übernimmt sondern darum, auf Augenhöhe mit anderen Disziplinen zuarbeiten mit der ihr zustehenden exekutiven Selbstständigkeit/Selbstbestimmtheit.

Christian Müller-Hergl und Detlef Rüsing diskutieren die Rolle der Pflege: Was ist diese, was ist sie nicht und was könnte sie sein …

Schauen Sie sich das Gespräch an und diskutieren Sie mit uns! Beteiligen Sie sich in den Kommentaren!

Eine Antwort

  1. Rosemarie Dicke-Bonk sagt:

    ich möchte etwas aus meiner persönlichen Erfahrung bei tragen. Als ich sucht welchen weitern Entwicklungsweg ich in meiner Ausbildung einschlafen kann, gab es den zweiten Studiengang Pflegewissenschaften an der medizinischen Fakultät Freiburg. Ich habe dort 4 Semester studiert und festgestellt, diese Ausrichtung möchte ich nicht, ich habe natürlich sehr viel gelernt in Anatomie und Physiologie, diese Ausrichtung soll, aus den Reihen der Pflege (APN) ärztliche Tätigkeiten übernehmen, was für mich nicht der Weg war, den ich wollte Pflege entwickeln. Wie sie sagten, ist nicht das Feld der Pflege zu erweitern, sondern das Feld zu bearbeiten, was der Pflege bekannt ist. Meine Vision „Pflege als Advokat“ der advokatorisches handelt. Dies kann auf sehr verschiedene Weise verstanden werden. Im allgemeinsten Sinn ist es ein Handeln, das „für andere“ stattfindet. In einem spezifischeren Sinn ist es stellvertretendes Handeln, dass im Namen oder Interesse einer oder mehrerer Personen ausgeübt wird. Ein grundlegender Unterschied besteht darin, ob es im Auftrag dieser Person(en) oder ohne deren Wissen oder gar gegen deren Willen ausgeführt wird. (Micha Brumlik: Advokatorische Ethik) Das benötig Wissen findet sich im Recovery, da geht es eben auch um Haltung dem Menschen gegenüber der Abhänig ist.

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