Pflege Dual Studieren

Einblicke in Studienmöglichkeiten an der Hochschule Osnabrück

Ein duales Studiums vermittelt sowohl theoretische als auch praktische Kompetenzen.

Zusätzlich zur praktischen Ausbildung erwerben die Studierenden einen Hochschulabschluss und damit wissenschaftliche Kompetenzen für Ihre Arbeit im Pflegeteam oder für eine hochschulische Weiterqualifizierung.

Der duale Studiengang Pflege an der Hochschule Osnabrück ist ein achtsemestriger Bachelorstudiengang, der in Verbindung mit Berufsfachschulen und einer Pflegeeinrichtung absolviert wird. Das Studium ist ausbildungsbegleitend ausgerichtet und bringt den Studierenden einen doppelten Abschluss: den Bachelor of Science und einen Berufsabschluss als Pflegefachfrau/ Pflegefachmann. 

Isabel Schulze, Absolventin und im Bereich der gerontopsychiatrischen Pflege tätig, berichtet über ihre Erfahrungen:

Wie sind Sie auf das duale Studium in Osnabrück aufmerksam geworden?

Ich hatte ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Tagespflege absolviert und dort starkes Interesse an dem Pflegeberuf entwickelt, sodass ich mich sehr schnell für eine Ausbildung in der Altenpflege beworben hatte. Bei dem Vorstellungsgespräch in der Berufsfachschule wurde mir von der Schulleiterin das duale Studium in der Pflege erläutert und ich sollte doch bitte darüber nachdenken, anstatt der 3-jährigen Ausbildung in der Altenpflege, das duale Studium zu absolvieren. Nach ein paar Gesprächen, auch mit einer derzeitigen Studierenden, bin ich in den dualen Studiengang gewechselt.

Wann haben Sie sich für die gerontopsychiatrische Versorgung entschieden und wo genau arbeiten Sie aktuell?

Mir war sehr schnell klar, auch bzgl. meiner gesammelten Erfahrungen in dem FSJ, dass ich mit alten Menschen zusammenarbeiten möchte. Ich konnte im dualen Studium, besonders in meinem Praxislernort, sehr viele Erfahrungen in der Lebensgestaltung von älteren Menschen sammeln. Etwas über ein Jahr lang war ich sogar auf einem geschützten Wohnbereich für Menschen mit einer starken Demenz mit Hinlauftendenzen im Einsatz. Dieser Einsatz hat mir nochmal mehr gezeigt, dass ich wirklich mit alten Menschen arbeiten möchte.

Zurzeit arbeite ich in der Niels Stensen Kurzzeitpflege. Es ist eine solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtung mit 18 Betten. Ich bin dort nach meinem Abschluss hin gewechselt.

Der Web-Auftritt ist unter folgenden Link abrufbar: https://www.niels-stensen-kliniken.de/niels-stensen-kurzzeitpflege.html

Welche Aspekte ihrer Arbeit schätzen Sie besonders?

Ich schätze besonders die Teamarbeit in meiner täglichen Arbeit. Ohne ein Team und seinen Zusammenhalt, Kommunikation und Austausch wäre die Arbeit um weites schwieriger. Durch den Austausch und auch durch die vielen Erfahrungen und Stärken jedes einzelnen, können alle Situationen gemeistert werden.

Aber auch die tägliche Arbeit mit den Bewohnern ist sehr bereichernd. Jeder Person hat seine Problemstellungen und Unterstützungsbedarfe, alles ist individuell. Besonders den Bewohnern in oder nach einer schwierigen Zeit ein Lächeln in Gesicht zu zaubern oder auch nur (für uns kleine) Wünsche, wie endlich wieder zum Friseur oder Fußpflege gehen zu können, zu erfüllen, erfüllt mich selber. Die Dankbarkeit und Anerkennung der Bewohner und der Angehörigen, zeigen mir oft, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe und bestärkt mich in meinem Handeln.

Was waren für Sie die Vorteile und Herausforderungen eines dualen Studiums?

Ein klarer Vorteil des dualen Studiums waren natürlich die beiden Abschlüsse innerhalb von 4 Jahren (Berufszulassung und Bachelor of Science). Wenn man beides nacheinander absolvieren würde, bräuchte man 6 Jahre. Zudem gibt mir das Studium eine klare Zukunftsperspektive, ich bin breiter aufgestellt und kann den Transfer aus der Wissenschaft in die Pflegepraxis bringen. Auch Analysen im pflegerischen Alltag fallen mir deutlich leichter. Durch das Studium konnte ich viele Einblicke erhalten, die mir im Vergleich mit den 3-jährig ausgebildeten AltenpflegerInnen verwehrt geblieben wären. Der gemeinsame Unterricht mit den Kommilitonen aus der Gesundheits- und Krankenpflege war für mich ein Vorteil, als auch eine Herausforderung. Der Unterricht wurde häufig von Lehrenden aus der Gesundheits- und Krankenpflege gehalten, sodass der Bezug auf die Altenpflege / gerontopsychiatrische Pflege oft gefehlt oder zu kurz kam. Auch die Kombination der drei Lernorte (Berufsschule, Hochschule und Praxislernort) war oft eine Herausforderung, da man auf 3 Baustellen meist gleichzeitig agieren musste. Dennoch ist die Kombination sehr gut und der Arbeitsaufwand ist gut zu schaffen.

Hatten Sie Unterstützung für das Studium durch eine Pflege-Einrichtung?

Ich habe das duale Studium in einer stationären Pflegeeinrichtung absolviert, also nicht dort, wo ich jetzt arbeite. Es war viel Aufklärungsarbeit seitens der Berufsschule und von mir gegenüber den Leitungspersonen zu erbringen, da sich das Konzept und der Ablauf des dualen Studiums mit der „normalen“ Ausbildung deutlich unterschieden hat. Dennoch haben die Verantwortlichen mich bei der Planung der Praxiseinsätze unterstützt und mir auch ein langes Praxissemester / Praxisprojekt in einer anderen Einrichtung ermöglicht.

Wie können Sie ihr Wissen innerhalb ihres Berufs einsetzen und weitergeben?

Die erworbenen Kompetenzen durch das Studium kann ich sehr gut bei meinem neuen Arbeitgeber einsetzen. Ich arbeite in der Pflege, als auch im Qualitätsmanagement und werde in einem halben Jahr meine Fortbildung zur Praxisanleiterin beendet haben. In allen Bereichen kann ich mein Wissen und meine Fähigkeiten einsetzen, besonders aber im Qualitätsmanagement. Dort ist der Theorie – Praxistransfer deutlich im Fokus. Aber auch im täglichen Pflegealltag kann ich das Wissen aus dem Studium gut einbringen, da in der Hochschule mehr Hintergrundwissen zu Pflegeversicherungen, Pflegerecht etc. vermittelt werden.

Ich stehe aber auch noch mit weiteren Absolventen im Kontakt. Wir tauschen uns über Erfahrungen aber auch hilfreiche Quellen aus der Pflegewissenschaft aus.

Wie wird sich die ambulante gerontopsychiatrische Versorgung in den nächsten Jahren aus Ihrer Sicht entwickeln?

Ich denke, die Anzahl an Klienten, die eine gerontopsychiatrische Versorgung benötigen, wird steigen. Durch den demographischen Wandel als auch durch die Multimorbidität im Alter wird der Bedarf zu einem Ausbau der ambulanten Versorgungsmöglichkeiten steigen. Es wird gutes Fachpersonal benötigt, die ambulante Unterstützungsmöglichkeiten anbieten sowie beratend den Angehörigen zu Seite stehen können. Bereits jetzt ist zu merken, dass die Angehörigen einen hohen Beratungsbedarf haben und auch zu Hause Unterstützung benötigen. Der Einbezug der Angehörigen in die Versorgung der Pflegebedürftigen wird stärker werden. Aufgrund dessen müssen auch mehr Entlastungsmöglichkeiten für die Pflegeempfänger und dessen Angehörigen geschaffen werden.

Herzlichen Dank für die interessanten Einblicke!


Pflege kann an der Hochschule Osnabrück an den Standorten Osnabrück und Lingen Dual studiert werden:

https://www.hs-osnabrueck.de/studium/studienangebot/bachelor/pflege-bsc-dual/

https://www.hs-osnabrueck.de/studium/studienangebot/bachelor/pflege-bsc-dual-standort-lingen-ems/

Weitere Informationen:

Nadine Guerre, Koordinatorin des Studiengangs Pflege B.Sc. (dual) – pflege@hs-osnabrueck.de


Berufsbegleitend können folgende Studiengänge studiert werden:

https://www.hs-osnabrueck.de/studium/studienangebot/bachelor/pflegewissenschaft-ba-berufsbegleitend/

https://www.hs-osnabrueck.de/studium/studienangebot/bachelor/pflegemanagement-ba-berufsbegleitend/


An der Hochschule Osnabrück finden regelmäßig Hochschulinformationstage statt.

Nächster Termin: 18.11.2021

https://www.hs-osnabrueck.de/studienorientierung-wiso/hochschulinformationstag/#c10378425


Die Hochschule Osnabrück bietet außerdem einen berufsbegleitenden, konsekutiven, also weiterführenden Master-Studiengang im Bereich Pflegewissenschaften an.

Detlef Rüsing sprach hierzu mit der Absolventin des Masterstudiengangs “HELPP – Versorgungsforschung und -gestaltung (M.Sc.)” Vanessa Berndt:

 Alle Informationen zum Studium finden Sie hier:

https://www.hs-osnabrueck.de/studium/studienangebot/master/helpp-versorgungsforschung-und-gestaltung-msc/


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Nils Hensel

Dialogzentrum Leben im Alter (DZLA)

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