Quo Vadis Alzheimer-Forschung?

Zukunft der Pflege

Trotz weltweiten intensiven Bemühungen häuften sich in den letzten Jahren die Fehlschläge in der Suche nach geeigneten Wirkstoffen. (1) u. (2).

Die Suche nach Wirkstoffen zur Prävention und Linderung von Alzheimer-Erkrankungen gestaltet sich als schwierig, auch weil die Ursachen nicht abschließend erforscht sind.

Britisch-amerikanische Studien weisen darauf hin, dass möglicherweise Herpes-Viren ein Auslöser für Alzheimer-Erkrankungen sein könnten (3) u. (4). Die Wissenschaftler hoffen durch weitere Studien die Grundlage für neue Therapiemöglichkeiten zu schaffen.

Aktuell ist es mit Hilfe eine medikamentöse Behandlung, eine Pharmakotherapie, nur möglich die Alzheimer-Symptome und mögliche Begleiterkrankungen lindert.

Die medikamentöse Behandlung kann wie auch nicht-medikamentöse Therapien einerseits das Ziel den Abbau geistiger (kognitiver) Fähigkeiten wie Gedächtnis und Orientierungsvermögen verzögern.
Psychische Störungen werden meist mit Medikamenten (Psychopharmaka) therapiert. Dazu gehören depressive Symptome, herausforderndes Verhalten, wie Aggressionen und innere Unruhe, das sich etwa in starkem Bewegungsdrang äußert.

Eine kurze Zusammenfassung der aktuell zugelassenen Mittel findet sich auf den Seiten der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (5)

Weitere Wirkstoffe befinden sich in klinischen Studien, auch deutsche Kliniken sind hier beteiligt. (6)

Neben der Forschung an Wirkstoffen zur Therapie von Alzheimer wird an Diagnostik-Verfahren geforscht. Das Ziel: Durch Bluttests (7) und der Untersuchung genetischer Risikofaktoren, sollen Alzheimer und andere demenzielle Erkrankungen mit neuen Verfahren (noch) schneller erkannt werden.

Was folgt daraus für die Pflege?

Insbesondere herausforderndes Verhalten stellt in der gerontopsychiatrischen Pflege eine enorme Herausforderung (8) dar.

Mein Kollege Christian Müller-Hergl hat in einem Beitrag die Diskussion um das Thema „Behavioral Symptoms of Dementia“ (BPSD) zusammengefasst (9):

Mit den weitreichenden Folgen des Einsatzes von Psychopharmaka in der gerontopsychiatrischen Pflege beschäftig sich Christian Müller-Hergl in einer Folge „Auf die Schnelle“ (10):

Wir freuen uns auf Hinweise und Anregungen und versprechen jede Frage aufzugreifen.

Nils Hensel

n.hensel@hs-osnabrueck.de

Dialogzentrum Leben im Alter (DZLA)


Quellen:

  1. https://www.biospace.com/article/novartis-amgen-and-banner-abandon-alzheimer-s-program/?TrackID=16 (Veröffentlicht: 12. Juli, 2019)
  2. https://www.novartis.com/news/media-releases/novartis-amgen-and-banner-alzheimers-institute-discontinue-clinical-program-bace-inhibitor-cnp520-alzheimers-prevention (Pressemitteilung: 11. Juli, 2019)
  3. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0896627318304215?via%3Dihub (Online veröffentlicht: 8. Juni, 2020)
  4. https://advances.sciencemag.org/content/6/19/eaay8828  (Veröffentlicht: 6. Mai, 2020)
  5. https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/behandlung/medikamentoese-behandlung/
  6. https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/neue-alzheimer-medikamente-in-entwicklung.html
  7. https://www.nature.com/articles/s41591-018-0304-3 (Veröffentlicht: 21. Januar, 2019)
  8. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/Publikationen/Pflege/Berichte/Bericht_Rahmenempfehlungen_zum_Umgang_mit_herausforderndem_Verhalten_bei_Menschen_mit_Demenz_in_der_stationaeren_Altenhilfe.pdf (Veröffentlicht: 2006, zuletzt abgerufen am 16.06.2020)
  9. https://www.dzla.de/bpsd-oder-nicht-bpsd/
  10. https://www.dzla.de/auf-die-schnelle-psychopharmaka/

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